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Weltweit. 2016

Art. Nr.: 8003

Weltweit. 2016

Jahresbericht des Instituts für Auslandsbeziehungen
Herausgeber:
Institut für Auslandsbeziehungen
1. Aufl. – Stuttgart , 2017. – 47 S. – (ifa-Jahresberichte)
lieferbar. Download Grösse: 2.13 MB

Vorwort

'Wenn man miteinander spricht, denke ich, und
solange man miteinander spricht, ist der Mensch
noch nicht in Gefahr, aber wenn man aufhört,
miteinander zu sprechen, und wenn man aufhört,
wahrzunehmen, was zu sehen ist in der Welt, da
wird es gefährlich, und da werden wir selbst zu
Opfern.'
Günther Uecker

Dieser Aussage von Günther Uecker folgt der diesjährige Bericht des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen). Er blickt zurück auf die vielfältigen Aktivitäten, die Projekte und Programme des Hauses und zeigt unsere Arbeit anhand von fünf Themen: Flucht und Migration, Europa, Dialog der Zivilgesellschaften, Kultur und Konflikt sowie Kunst- und Kulturaustausch. Alle fünf Themen zeigen sehr deutlich diedrängenden Fragen weltweit, denenwir mit unserer Arbeit begegnen.

Flucht und Migration sind wohl die größten Herausforderungen, die sowohl politisch als auch emotional Grenzen berühren. Migration ist Teil der Menschheitsgeschichte, seit jeher sind Menschen auf der Flucht – vor Naturkatastrophen und Hunger, vor Krieg und Verfolgung. Derzeit sind so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie – weltweit insgesamt 65,3 Millionen laut aktuellem Jahresbericht des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). Neuen Fragen müssen sich Politik, Gesellschaft und Kultur stellen: Welche Rolle spielt Kultur im Zusammenhang mit Flucht und Migration? Welchen Beitrag leistet dabei die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik?

In direktem Zusammenhang hiermit steht das Thema Europa. Hier prallen Politik und Emotionen aufeinander. Der wiederkehrende Streit um Themen wie Staatsschulden oder Flüchtlingskontingente hat tiefe Gräben zwischen den EU-Mitgliedsstaaten zum Vorschein gebracht, die Stabilität des Staatenverbunds ist in Frage gestellt, der Brexit hat die Verletzlichkeit der Europäischen Union gezeigt.

Welche Zukunft hat der Leitgedanke der stets fortschreitenden europäischen Integration? Welche Rolle spielt Kultur im Wechselspiel zwischen Globalisierung und nationalen Rückzugsgedanken? Der Dialog der Zivilgesellschaften ist für das Erreichen außenpolitischer Ziele von großer Bedeutung. Zivilgesellschaftliche Akteure haben weltweit eine prägende Rolle in den internationalen Beziehungen eingenommen. Die Umbrüche in der Medienlandschaft und die rasanten Entwicklungen in der Digitalisierung betreffen auch die deutschen Minderheiten im Ausland. Welche Vernetzungsmöglichkeiten gibt es? Wie begegnen sie den aktuellen Herausforderungen?

Die zahlreichen Konfliktfelder in der Welt prägen das Thema Kultur und Konflikt. Zivilgesellschaftliche Akteure werden als Friedenskräfte in Krisenregionen mehr und mehr anerkannt. Kulturelle Programmarbeit ist selbstverständlicher Teil der politischen Agenda zur Unterstützung von Demokratisierungsprozessen in Konfliktregionen. Wie kann sozio-politischen, ökologischen und ökonomischen Krisen begegnet werden? Wie kann Wandel konstruktiv begleitet, wie können Perspektiven eröffnet werden?

Und nicht zuletzt der Kunst- und Kulturaustausch. Kunst ist weder immer konstruktiv noch wirkungslos. Sie kann nicht als Ersatzlösung herangezogen werden, wenn der politische Wille zur Änderung der Strukturen fehlt. Aber sie kann u. a. tief im kollektiven Gedächtnis verankerte Vorurteile und Denkmuster transformieren. Welche Wertesysteme sind für den Erhalt unseres Planeten wichtig? Von welchen Konzepten von Gemeinschaft können wir lernen? Wie können wir Wissen in globale Handlungen übersetzen? Sie sehen: Das ifa mit seinen drei Abteilungen Kunst, Dialoge und Medien besitzt ein Portfolio, das einzigartige Mehrwerte bilden kann. Das ifa spricht an, hört zu, fragt nach, diskutiert, fördert, forscht, informiert, kooperiert, vermittelt, verändert, verbindet. Weltweit.

Abschließend bleibt dem Auswärtigen Amt für seine Förderung und umfangreiche Zuwendung von Projektmitteln sowie die gute und kollegiale Zusammenarbeit zu danken, ebenso dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart für die institutionelle Förderung. Dank für die aktive Begleitung unserer Arbeit gebührt dem Präsidium, der Mitgliederversammlung, den Beiräten Kunst, KULTURAUSTAUSCH und Forschung. Unser besonderer Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen des ifa in Stuttgart und Berlin, die unter zunehmend herausfordernden Bedingungen die Arbeit des Hauses gestalten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und neue Einblicke in die Arbeitsweise unseres Hauses. Für Ihre Verbundenheit zum ifa danken wir Ihnen ganz herzlich.


Ursula Seiler-Albring, Präsidentin des ifa
und
Ronald Grätz, Generalsekretär des ifa

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