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Weltweit. 2017

Artikel 1 VON 4
Art. Nr.: 8004

Weltweit. 2017

Jahresbericht des Instituts für Auslandsbeziehungen
Herausgeber:
Institut für Auslandsbeziehungen
1. Aufl. – Stuttgart , 2018. – 55 S. – (ifa-Jahresberichte)
lieferbar.

Vorwort

2017 war in mehrfacher Weise ein prägendes und außergewöhnliches Jahr. 100 Jahre alt wurde das ehemalige Deutsche Ausland-Institut, das jetzige ifa (Institut für Auslandsbeziehungen). Die entsprechenden Feierlichkeiten am hundertsten „Geburtstag“, dem 10. Januar 2017, im würdigen Rahmen des Stuttgarter Neuen Schlosses und in Anwesenheit von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Oberbürgermeister Fritz Kuhn, bildeten den offiziellen Festakt des Jubiläumsjahres. Wenig später folgte in Berlin eine Feier mit unserem dortigen Netzwerk. In der Landesvertretung Baden-Württembergs beim Bund stießen zahlreiche Partnerinnen und Partner, Organisationen und Vertreterinnen und Vertreter der Politik, der Kultur und Wirtschaft Berlins mit uns auf das Jubiläum an. Und in großem Rahmen feierten wir schließlich beim Sommerfest im Innenhof des ifa-Areals in Stuttgart mit über 1.000 Bürgerinnen und Bürgern, Musik, Performances und Unterhaltung dieses besondere Jahr. Bei allen Feierlichkeiten zeigten sich die große Wertschätzung, die das Institut erfährt, und die großen Erwartungen, die man an seine Zukunft richtet.

Auch jenseits der Feierlichkeiten zu 100 Jahren konnte das ifa weltweit Erfolge verzeichnen – sei es mit der Verleihung des Golden Löwen für den Deutschen Beitrag auf der Biennale Venedig, der Verleihung des Theodor-Wanner-Preises an Königin Silvia von Schweden oder der Premiere von FABRIK in Beirut mit Arbeiten von Hito Steyerl, die 2017 zur einflussreichsten Künstlerin der Welt gekürt wurde.

Der Tag des Sommerfestes war zugleich der Abschied von Staatsministerin und Botschafterin a. D. Ursula Seiler-Albring, die zehn Jahre als Präsidentin des ifa seine Geschicke mitgelenkt und mitbegleitet hatte. Auf Frau Seiler-Albring folgte als Präsident Prof. Dr. Martin Roth, der nach nur kurzer Amtszeit im August 2017 verstarb. Das Jahr war somit nicht nur von vielen positiven, sondern auch traurigen Zäsuren geprägt.

Neben den Jubiläumsaktivitäten und dem Schwerpunktthema „Kulturen des Wir“ waren wir in unseren fünf Kernthemen Flucht und Migration, Europa, Dialog der Zivilgesellschaften, Kultur und Konflikt sowie Kunst und Kulturaustausch auch 2017 weiterhin erfolgreich tätig. Flucht und Migration waren im vergangenen Jahr nach wie vor große Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Das ifa hat mit Nachdruck in Projekten, Publikationen und Veranstaltungen darauf hingearbeitet, Menschenrechte zu verteidigen; gegen Abschottungstendenzen und Phobien gleich welcher Art. Unsere Gesellschaft hat sich aber nicht erst seit den zunehmenden Flüchtlingsbewegungen aus verschiedenen Teilen der Welt nach Europa verändert. Angesichts unserer digitalisierten Lebenswelt, der globalisierten Zusammenhänge unserer Gesellschaften sowie der zunehmenden internationalen Krisen und Konflikte ist die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik mit all ihren Institutionen und Vertretern gefordert, nicht nur für Verständigung zu sorgen, sondern tiefgreifenden, nachhaltigen Dialog zu praktizieren.

Hiervon sind auch unser Engagement für Europa und die große Sorge um den Zusammenhalt der Europäischen Union angesichts nationalistischer Tendenzen gekennzeichnet. Wir verstehen den Staatenbund der Europäischen Union auch als einen Verbund der Kulturen Europas, der Identitätsräume von Menschen, Räume, welche die Menschen unseres Kontinents maßgeblich prägen. Unsere Perspektive auf den Zusammenhang von Kultur und Konflikt, in der Kultur nicht nur möglicherweise ein Instrument der Konfliktbearbeitung, sondern im Kern eine Alternative zum Konflikt darstellt, bildet unser Narrativ: Kulturarbeit ist Friedensarbeit.

Uns ist es wichtig, den Wert ästhetischer Ausdrucksweisen als Freiraum zum Denken, Kunst als Experimentierraum neuen Zusammenlebens und die Freiheit der Kultur an sich zu verteidigen. Kunst als Reflexion über Gesellschaft, Politik und Leben macht überkommene Denkmuster sichtbar und fragt nach den Werten, die uns in der globalen Welt auch zukünftig tragen und leiten. All dies bliebe jedoch folgenlos, wenn wir daraus nicht Erkenntnisse gewinnen würden, mittels derer politische Entscheidungen fundierter getroffen, Wissen für unsere Gesellschaft generiert und die Zukunft produktiver gestaltet werden könnten.

Das Ziel der aktiven, wissens- und wertebasierten Gestaltung der Zukunft verfolgt das ifa nicht nur mit seinen Kunstförderungen, der Unterstützung von Kunst-Biennalen oder seinen Galerien in Stuttgart und Berlin. Hierzu dient ebenso die umfangreiche internationale zivilgesellschaftliche Arbeit des Instituts beispielsweise in Gestalt der Förderung deutschen Minderheiten, der Humanitären Hilfe, der zivilen Konfliktbearbeitung (zivik) oder des CrossCultureProgramms. Auch sein wissenschaftliches Forschungsprogramm, seine hervorragende Spezialbibliothek und seine publizistischen Aktivitäten wie z.B. die Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH tragen zur Umsetzung dieses Ziels bei, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kommunikation und Verwaltung an unseren beiden Standorten in Stuttgart und Berlin tatkräftig unterstützt werden. All dies spiegelt die Vielfältigkeit der Arbeit des ifa in seinem Jubiläumsjahr wider.

Wir danken dem Auswärtigen Amt für seine Förderung und die umfangreiche Zuwendung von institutionellen und Projektmitteln, für die kollegiale und produktive Zusammenarbeit sowie vielfältige Unterstützung unserer Initiativen. Wir danken dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart für die wertvolle institutionelle Förderung, dem Förderverein für das ifa für sein Engagement für die Belange des Hauses sowie den Freundinnen und Freunden des Deutschen Pavillons auf der Biennale Venedig für ihre Unterstützung dieses größten Kunstereignisses der Welt.

Dank gebührt den Mitgliedern des Präsidiums und der Mitgliederversammlung, den Beiräten für Kunst, für die Zeitschrift KULTURAUSTAUSCH und für das Forschungsprogramm. Nicht zuletzt gilt ein besonderer Dank allen Kolleginnen und Kollegen des ifa in Stuttgart und Berlin, die auch unter immer wieder herausfordernden Bedingungen großes Engagement gezeigt haben. Der Erfolg des ifa ist ihr Erfolg.

Wir wünschen Ihnen allen viel Freude bei der Lektüre des Jahresberichts 2017 und neue Einblicke in die Arbeitsweisen und Schwerpunkte des ifa. Für die Verbundenheit unserem Institut gegenüber danke ich Ihnen allen herzlich.


Ronald Grätz,
Generalsekretär

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